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Psychology behind Power Posing

Wie Power Posen Deine Bilder und Deine Selbstsicherheit beeinflussen.


Der Körper ist niemals stumm. Selbst wenn Menschen zusammenkommen und nicht miteinander sprechen, kommunizieren sie über ihre Körpersprache. Verschränkte Arme senden ebenso eine Botschaft wie das Ändern der Position der Beine, aber auch die Farbe der Bluse oder ein subtiles Parfüm ist ein Kommunikationsmittel. Gesichtsausdrücke, Gesten, Körperhaltung und Kleidung sind wichtige Instrumente der nonverbalen Kommunikation, der ältesten Form der zwischenmenschlichen Kommunikation. So senden wir meist unbewusst mit unserem Körper kraftvolle Botschaften aus, die unsere wahren Gefühle offenbaren. Wie Du diese nonverbalen Botschaften bewusst steuern kannst, erfährst Du hier.


Foto: Polina Sebrek


WAS IST POWER POSING?


Die sogenannten Power-Posen haben ihren Ursprung in der Psychologie und beschreiben das Einnehmen von Machtposen. Der Begriff „Power Posing“ wurde vor allem durch die US-amerikanische Sozialpsychologin Amy Cuddy bekannt. Cuddy sowie andere Psychologen unterscheiden zwei Arten von Power Posing: High-Power-Posen (kraftvolle Posen) und Low-Power-Posen (machtlose Posen).


Wenn Du eine High-Power-Pose einnimmst, also eine offene und entspannte Körperhaltung, fühlst Du Dich selbst nach nur zwei Minuten selbstbewusster. Wenn Du die Schultern hängen lässt und eine geschlossene Körperhaltung einnimmst (Low-Power Pose), wirkst Du auf Betrachter niedergeschlagen und schwach.

Forschungsgrundlage:

Ein Experiment, das von Amy Cuddy zusammen mit Dana Carney und Andy Yap von der Harvard University bzw. der Columbia University durchgeführt wurde, zeigte, dass die Körpersprache nicht nur die Art und Weise beeinflusst, wie Menschen uns sehen, sondern auch, wie wir uns selbst sehen. Die Wissenschaftler stellten fest, wie unsere Haltung den Testosteron- und Cortisolspiegel im Gehirn beeinflussen und unsere Gefühle für uns selbst verändern kann und Menschen, die High-Power-Posen einnahmen, sich selbstsicherer fühlten und Herausforderungen risikobewusster angingen.


Das bedeutet, dass eine starke und selbstbewusste Körpersprache, auch wenn sie nicht repräsentativ für unser Gefühl ist, sich positiv auf unsere Wahrnehmung auswirken kann. Diese Erkenntnisse stellte Cuddy unter anderem bei einem TED Talk vor.


Was in der Theorie nachvollziehbar und simpel klingt, benötigt in der Praxis etwas Übung. Als Model und Fotografin werde ich regelmäßig mit diesem Thema konfrontiert und kenne aus Erfahrung, wie bestimmte Posen auf andere wirken und welche Tricks wirklich das Selbstbewusstsein (zumindest vor der Kamera) erhöhen:


POWER POSING FÜR MEHR SELBSTSICHERHEIT


Low Power Poses, wenn Melancholie und Verletzbarkeit zum Ausdruck kommen soll.

Hierbei nimmst Du eine passive Position ein, d. h. eher geschlossen und zusammengezogen. Diese Posen drücken Nachgiebigkeit und Sanftheit aus. Beispiele:


Der Softie: Mit leicht gesenkten Augen und verschränkten Armen, wird symbolisch das Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit ausgedrückt. Mit der richtigen Beleuchtung wird dieser Effekt verstärkt.


Der Nachdenkliche: Um Verwundbarkeit zu suggerieren, wendest Du Dich ein wenig ab und blickst zur Seite. Auf dem Boden sitzend strahlt das Bild noch mehr Tiefe aus.


High Power Poses, wenn Stärke und Selbstvertrauen ausgedrückt werden soll.

Zu diesem Zweck nimmst Du eine offene und platzraubende Haltung ein. Je mehr Platz Du mit der Pose einnimmst, desto mehr Stärke wird signalisiert. Beispiele:


Die Wonder Woman Pose: Dafür stehst Du mit gespreizten Beinen aufrecht und stützt die Hände in die Hüften. Dies signalisiert Mut und Selbstvertrauen. Dieses Prinzip kann auch auf sitzende Posen angewendet werden, indem beispielsweise die Arme und Beine so positioniert werden, dass sie mehr Platz beanspruchen, anstatt sie nahe am Körper zu halten.


Die CEO Pose: Die CEO Pose vermittelt Selbstvertrauen und Stärke. Dabei lehnst Du Dich mit leicht nach vorne geneigtem Körper an einen Tisch, einen Stuhl oder einen anderen Gegenstand. Die Hände sind nach links und rechts gelegt.

WAS BRINGT POWER POSING?


Allein die Körperhaltung erzeugt etwas Positives in uns und beeindruckt unterbewusst das Gegenüber. Demnach könne die Anwendung der High-Power-Haltungen unter anderem bei Fotoshootings, Vorträgen und Präsentationen oder sogar bei Fußballspielen hilfreich sein, um das Selbstwertgefühl zu stärken.


Zusätzliche Maßnahmen, wie spezielle Atemübungen oder Musik bekräftigen diesen Effekt. Ich erstelle vor jedem Shooting immer eine passende Musik-Playlist oder höre bestimmte Songs zum Einstimmen, die dem Moodboard entsprechen. Das lockert die Atmosphäre und sorgt für noch mehr Energie.


Bewusstes Power Posing mag Dir beim ersten Versuch etwas seltsam vorkommen. Für mehr Posing Vorschläge empfehle ich Dir mein neuestes IGTV Video. Mit etwas Übung, findet jeder seine Signatur-Pose, in der er oder sie sich richtig wohl fühlst. Und je besser Du Dich fühlst, desto stärker strahlst Du powerful aus!


Lots of love and energy

- Rosie